Foto: A. Zelck / DRK-Service…Wissen, das Sicherheit gibt – für Sie, Ihre Familie und unsere Gemeinschaft
Ein Unfall, ein längerer Stromausfall, eine Unwetterkatastrophe, eine Evakuierung oder eine andere unerwartete Krisensituation: Niemand wünscht sich, dass so etwas passiert. Doch gerade dann ist es wichtig, einen kühlen Kopf zu bewahren und zu wissen, was zu tun ist.
Mit unseren Erste-Hilfe-Angeboten vermittelt der DRK Ortsverein Bispingen Wissen, das im Notfall Leben retten kann. Doch Erste Hilfe beginnt nicht erst, wenn jemand verletzt ist. Auch die Vorbereitung auf Krisen gehört dazu.
Wer wichtige Telefonnummern kennt, einen Notvorrat angelegt hat und weiß, wo sich die wichtigsten Dokumente befinden, kann in einer Ausnahmesituation ruhiger und gezielter handeln.
Unser Ziel: Sie dabei zu unterstützen, sich und Ihre Familie auf mögliche Notfälle vorzubereiten – verständlich, alltagstauglich und ohne unnötige Angst zu machen.
Die folgenden Checklisten geben Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Vorsorgemaßnahmen.
1. Die ersten Schritte im Ernstfall: Ruhe bewahren und richtig handeln
Wenn plötzlich etwas passiert, fällt es vielen Menschen schwer, die Situation richtig einzuschätzen. Umso hilfreicher ist es, sich bereits im Vorfeld mit den wichtigsten Verhaltensregeln vertraut zu machen.
Das sollten Sie wissen und vorbereiten:
Unser Tipp: Erste-Hilfe-Kenntnisse geben Sicherheit. Wer regelmäßig übt, kann im Ernstfall schneller reagieren. Informieren Sie sich über die Erste-Hilfe-Angebote des DRK Ortsvereins Bispingen.
2. Der Notfallrucksack: Das Wichtigste griffbereit
Muss eine Wohnung kurzfristig verlassen werden, bleibt häufig wenig Zeit zum Packen. Ein vorbereiteter Notfallrucksack hilft, wichtige Dinge schnell mitzunehmen.
Planen Sie möglichst einen Rucksack pro Person. Berücksichtigen Sie dabei die Bedürfnisse von Kindern, älteren Menschen und Personen mit Unterstützungsbedarf.
Das gehört in den Notfallrucksack:
Was ist besonders wichtig?
Der Notfallrucksack sollte so gepackt sein, dass Sie ihn ohne langes Suchen greifen können. Bewahren Sie ihn an einem bekannten und gut erreichbaren Ort auf.
Kontrollieren Sie regelmäßig den Inhalt. Achten Sie insbesondere auf Haltbarkeit, den Ladezustand der Powerbank und auf persönliche Medikamente.
Gut zu wissen: Ein Notfallrucksack ist vor allem für eine mögliche Evakuierung gedacht. Er ersetzt nicht den Notvorrat für zu Hause.
3. Der Notvorrat: Essen und Trinken für mehrere Tage
Ein längerer Stromausfall, eine Störung der Wasserversorgung oder eine andere Krise kann dazu führen, dass Einkäufe vorübergehend nicht möglich sind. Auch Geschäfte und Tankstellen können zeitweise geschlossen bleiben.
Mit einem angemessenen Vorrat können Sie solche Situationen besser überbrücken und vermeiden, in einer Krise kurzfristig auf Einkaufsmöglichkeiten angewiesen zu sein.
Wie viel sollte man bevorraten?
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt, einen Lebensmittelvorrat für möglichst zehn Tage anzustreben. Dabei gilt: Jeder Vorrat ist besser als gar keiner. Beginnen Sie mit dem, was zu Ihrem Haushalt passt, und bauen Sie Ihre Vorräte schrittweise aus.
Berücksichtigen Sie bei der Planung die Zahl der Personen im Haushalt, deren individuellen Bedarf sowie die vorhandenen Lagermöglichkeiten.
Checkliste für Lebensmittel und Getränke
Trinkwasser nicht vergessen
Wasser wird nicht nur zum Trinken benötigt, sondern auch für die Zubereitung von Speisen und die persönliche Hygiene.
Planen Sie deshalb einen ausreichenden Vorrat ein. Das BBK nennt als Orientierung rund zwei Liter Flüssigkeit pro Person und Tag, wobei der tatsächliche Bedarf je nach Alter, Gesundheitszustand, Temperatur und Aktivität abweichen kann.
Für zehn Tage entspricht diese Orientierung 20 Litern pro Person. Zusätzlicher Bedarf, beispielsweise für die Zubereitung von Speisen, ist bei der Planung zu berücksichtigen.
So bleibt Ihr Vorrat überschaubar. Kaufen Sie nach und nach zusätzliche haltbare Lebensmittel. Lagern Sie bevorzugt Produkte, die Sie ohnehin regelmäßig verwenden. Verbrauchen Sie ältere Vorräte zuerst und ersetzen Sie diese rechtzeitig. Kontrollieren Sie regelmäßig Haltbarkeit und Verpackungen. Bewahren Sie Lebensmittel und Wasser kühl, trocken und geschützt auf.
Unser Tipp: Beginnen Sie klein. Schon ein Vorrat für die ersten Tage ist ein sinnvoller Schritt zu mehr Sicherheit.
4. Die Dokumentenmappe: Wichtige Unterlagen schnell zur Hand
Bei einer Evakuierung oder einem anderen Notfall müssen wichtige Dokumente unter Umständen kurzfristig mitgenommen werden. Wer diese Unterlagen vorher sortiert und sicher aufbewahrt, spart wertvolle Zeit.
Eine Dokumentenmappe hilft Ihnen dabei, wichtige Nachweise schnell zu finden und bei Bedarf mitzunehmen.
Diese Unterlagen sollten Sie berücksichtigen:
Unser Tipp: Nicht jede Unterlage muss im Original griffbereit liegen. Überlegen Sie, welche Dokumente im Ernstfall tatsächlich benötigt werden und welche sich durch sichere Kopien ersetzen lassen.
So organisieren Sie Ihre Dokumentenmappe:
Originale schützen: Bewahren Sie wichtige Originaldokumente sicher und vor Feuchtigkeit geschützt auf.
Kopien anfertigen: Erstellen Sie Kopien wichtiger Unterlagen. Eine sichere digitale Sicherung kann eine sinnvolle Ergänzung sein.
Zugriff ermöglichen: Stellen Sie sicher, dass Sie im Notfall an die benötigten Unterlagen gelangen.
Datenschutz beachten: Bewahren Sie sensible Dokumente und digitale Sicherungen so auf, dass Unbefugte keinen Zugriff darauf haben.
Regelmäßig aktualisieren: Prüfen Sie, ob Kontaktdaten, Versicherungsinformationen und andere Unterlagen noch aktuell sind.
Unser Tipp: Legen Sie einen festen Aufbewahrungsort fest und informieren Sie die Familienmitglieder darüber, wo sich die Mappe befindet.
5. Stromausfall und Blackout: Wenn plötzlich nichts mehr geht
Ein Stromausfall ist im Alltag meist schnell überstanden. Dauert er länger an, kann er jedoch erhebliche Auswirkungen haben.
Licht, Heizung, Kühlschrank, Internet und Telefon funktionieren möglicherweise nicht mehr wie gewohnt. Geldautomaten, Kartenzahlungen und Tankstellen können ebenfalls betroffen sein. Je nach Situation können auch Wasserversorgung und andere wichtige Dienstleistungen beeinträchtigt werden.
Ein länger andauernder, großflächiger Stromausfall wird häufig als Blackout bezeichnet.
Das sollten Sie vorbereiten:
Was tun, wenn der Strom ausfällt?
1. Ruhe bewahren und die Lage einschätzen.
Prüfen Sie, ob nur Ihre Wohnung oder auch die Nachbarschaft betroffen ist. Kontrollieren Sie bei Bedarf die Sicherungen, sofern dies gefahrlos möglich ist.
2. Elektrische Geräte schützen.
Schalten Sie nicht benötigte Geräte aus. Ziehen Sie empfindliche Geräte bei Bedarf vom Stromnetz. Lassen Sie eine Lampe eingeschaltet, damit Sie erkennen, wenn die Stromversorgung wiederhergestellt ist.
3. Informationen einholen.
Nutzen Sie ein batteriebetriebenes oder kurbelbetriebenes Radio, um offizielle Informationen zu erhalten. Verlassen Sie sich nicht ausschließlich auf Internet und Mobilfunk.
4. Lebensmittel und Trinkwasser im Blick behalten.
Öffnen Sie Kühlschrank und Gefriergerät möglichst selten. So bleibt die Kälte länger erhalten. Prüfen Sie Lebensmittel vor dem Verzehr sorgfältig und entsorgen Sie im Zweifel verdorbene Produkte.
5. Auf Sicherheit achten.
Verwenden Sie niemals Grills, Holzkohlegrills oder benzinbetriebene Geräte in Innenräumen. Es besteht akute Kohlenmonoxidvergiftungsgefahr. Auch Campingkocher dürfen nur entsprechend den Herstellerangaben und ausschließlich in dafür geeigneten, ausreichend belüfteten Bereichen verwendet werden.
6. An andere denken.
Informieren Sie sich, ob ältere Menschen, alleinlebende Nachbarn oder Personen mit besonderem Unterstützungsbedarf Hilfe benötigen. Achten Sie dabei auch auf Ihre eigene Sicherheit.
Was ist bei einem längeren Stromausfall besonders wichtig?
Menschen, die auf elektrisch betriebene medizinische Geräte angewiesen sind, sollten frühzeitig mit ihrem Arzt, dem zuständigen Versorger oder anderen geeigneten Stellen einen Notfallplan erstellen.
Wenn Sie elektrische Hilfsmittel oder medizinische Geräte benötigen, klären Sie im Voraus, welche Möglichkeiten zur Überbrückung eines Stromausfalls bestehen.
Wichtig: Bei akuter Lebensgefahr wählen Sie den Notruf 112. Wenn Telefon und Mobilfunk nicht funktionieren, suchen Sie – sofern gefahrlos möglich – eine erreichbare offizielle Anlaufstelle auf. Informieren Sie sich bei Ihrer Gemeinde über örtliche Notfall- und Informationspunkte.
Gut vorbereitet zu sein bedeutet, Verantwortung zu übernehmen. Niemand muss auf jede denkbare Krise vorbereitet sein. Aber jeder kann mit überschaubaren Maßnahmen dazu beitragen, im Ernstfall handlungsfähig zu bleiben.
Ein gefüllter Notfallrucksack, ein angemessener Vorrat, wichtige Dokumente an einem sicheren Ort und grundlegende Erste-Hilfe-Kenntnisse können entscheidend sein.
Dabei geht es nicht um Angst, sondern um Vorsorge, Selbstständigkeit und gegenseitige Unterstützung.
Der DRK Ortsrein Bispingen unterstützt Sie dabei, Wissen für den Alltag und für außergewöhnliche Situationen aufzubauen.
Informieren Sie sich über unsere Erste-Hilfe-Angebote und bleiben Sie vorbereitet – für sich selbst, Ihre Familie und Ihre Mitmenschen.
Notfall Checkliste zum ausdrucken
Weiterführende Informationen: